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Gschafft!
Das erste Album der Regensburger
"Ruam"
Sie sind immer noch ein Geheimtipp, obwohl sie längst
zum Programm-Standard der UZ-Pressefeste gehören (meistens beim Stand
der Südbayern) - und bei den ersten beiden Kulturforen der DKP in
Nürnberg waren sie die Ab-Rocker: die Ruam (hochdeutsch: Rübe)
aus Regensburg.
Endlich gibt es von dieser oberpfälzischen Rockkabarettband eine
erste CD. Das Album ist eine schön zusammengestellte Palette des
reichhaltigen Bühnenrepertoires der Ruam. Mit hochaktuellem Hintergrund
wurde "I bin koa Nummer" (Text und Musik von dem Bassisten Reinhard
Peter) als erster Liedtitel ausgewählt. Es geht dabei um die Datenerfassung
in ihrer umfassenden und Beckstein-Bayerischen Dimension - ein netter
Protestsong mit Groove.
Die Ruam bestechen mit ihrer Bandbreite an Stilrichtungen (wobei Rythm
& Blues und Rockballaden dominieren). Mehrere Texte der Lieder hat
Erich Müller geschrieben, so auch den zweiten Song auf der CD: "Gomorrah":
"Kennst Du die Stadt, wo lauter Lumpen regieren
Und die oben tun, was ihnen gefällt.
Kennst du die Stadt, wo alle Sünden blühen,
und alles dreht sich bloß ums Geld..."
Ein Text, der möglicherweise für andere Städte auch passen
könnte, in jedem Fall aber auf Regensburg zutrifft. Günter Wallraff
und Bernt Engelmann haben bereits in den 70ern in dem Buch "Neue
Reportagen" in beeindruckender Weise die Geschichte von Thurn und
Taxis, der Macht des dortigen Geldadels und der Rolle des Klerus beschrieben.
Charakteristisch für das Repertoire der "Ruam"
ist die zeitgemäße Interpretation von bekannten politischen
Liedern und Arbeiterliedern. So findet man zum Beispiel den "Zyankali"-Song
"Müllmensch" auf der CD. Zyankali war zu Beginn der 70er
die bayerische Super-Polit-Bluesband schlechthin (aus ihr ging später
der weit über Bayern bekannte Willi Michl hervor). Der "Müllmensch",
ein waschechter bayerischer Blues, beschreibt in treffender bayerischer
Sprache das Arbeitsleben eines Müllmanns.
Außerdem gibt es noch den "Weltuntergangsblues" (eine
dialektisierte Fassung des bekannten Ostermarschliedes, das Gerd Semmer
einst für Fasia schrieb). Und - ziemlich am Ende des Albums - findet
sich auch das Einheitsfrontlied (natürlich in der urwüchsigen
Rock-Version der Ruam).
Ohne das Begleittextheft ist es übrigens selbst für
Franken schwierig, die Texte zu verstehen. Die Ruam gehören nämlich
zu der leider aussterbenden Spezies der Dialektpfleger. Ihr Gesungenes
ist - ja, eben oberpfälzische Mundart (und die Oberpfalz liegt in
Bayern). Aber schließlich versteht man auch bei BAP, Ambros, EAV
oder STS nicht alles auf Anhieb.
Eines meiner Lieblingsstücke ist das Bluesstück
"Der Beste", textlich eine satirisch-bayerische Variante zu
"Ich bin der Märchenprinz" (EAV).
Apropos Blues: hier haben die Ruam für mich ihre großen Stärken.
Hermann Leeb an der Leadgitarre läuft besonders bei dieser Musik
zur Hochform auf (im Mix sind leider einige Gitarrensoli zu leise). Dominierend
in der Rhythmusgruppe und im Gesang sind Claus Hofmann (Gitarren) und
Reinhard Peter (Bass). Und das zu allen Liedern passende Getrommel kommt
von Jürgen Meisenecker (an Jürgen noch mal ein Herzliches Dankeschön
für die kurzfristige Verleihung seines Schlagzeuges an die Bühne
2 beim Pressefest 2007!).
Ja, das sind die Ruam. Geben tut es sie bereits seit 1993. Der Refrain
des Schlussliedes auf der CD steht unbestritten für ihr Programm:
Einen Finger kann man brechen, doch fünf Finger sind eine Faust!
Die CD kann bestellt werden unter Kontakt
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